ich entschuldige mich jetzt schon mal für meinen langen Roman der hier im Anschluss folgt
Und möchte mich natürlich auch vorstellen. Ich bin 44 Jahre alt, und Mama von drei schon größeren Söhnen. Der jüngste lebt noch bei mir die beiden andren sind schon flüge. Ich lebe mit meinem jüngsten Sohnemann in der Nähe von Stuttgart im schönen Schwabenländle.
Weswegen ich nun hier gelandet bin folgt leider in einem längeren Bericht um auch zu schauen ob ich hier überhaupt richtig bin, da mein Neurologe mit seinem Latein im Moment an seine Grenzen kommt und er erstmal nicht weiter weiß. Wir sind geade am Überlegen wie wir weitermachen.
Seit 1994 habe ich Hashimoto-Thyreoiditis, die sich im Verlauf der Jahre immer weiter verschlimmerte.
Dies äußerte sich mit einer gleichzeitigen Über/und Unterfunktion der Schilddrüse, dazu kamen in immer kürzeren Abständen neue Entzündungsschübe.
Im Jahr 2007 kamen dann akute neurologische Ausfallsymptome, massive Kopfschmerzen bei Drehung und Senkung des Kopfes, Motorikprobleme der Beine und Arme, Sprachschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme (Wissen das ich vorher problemlos abrufen konnte, war auf einmal weg) und Kurzzeitgedächtnisschwierigkeiten (musste mir viel notieren, dabei wußte ich dann manchmal nicht, das ich es aufgeschrieben hatte oder fand das aufgeschriebene nicht mehr). Ich wurde stationär eingewiesen mit Verdacht auf akute Hirnhautentzündung, die sich nicht bestätigte. Bei den Untersuchungen kamen dann wieder mal extrem erhöhte Antikörperwerte der Schilddrüse zum Vorschein, so dass ich dann auf den Verdacht einer Hashimoto Enzephalopathie behandelt wurde. D.h. Hochdosiert Cortison über ein paar Wochen und dann langsames Ausschleichen über ein halbes Jahr lang.
Seitdem leide ich mehr oder weniger immer wieder unter diesen ''Schüben'' die mal stark oder schwach ausgeprägt sind. Dazu kamen heftige Stimmungsschwankungen, die zum Schluss in eine handfeste Despression endeten. Mit Antidepressiva und Gesprächstherapie habe ich das am Anfang gut abfangen können. Dieses Jahr viel mir das um einiges schwerer, da nun weitere Symptome kamen, mit denen ich nicht so sehr gut umgehen konnte.
Im März diesen Jahres war ich erneut stationär auf der neurologischen Station, da mich mein behandelnder Neurologe dort hinverwiesen hatte. Jetzt kamen noch Taubheitsgefühle an den Zehen des rechten Fußes und der oberen Seite bis zum Knöchel dazu, dazu eine Gefühl von kleinen Stromschlägen wenn man über den oberen Bereich des Fußes strich (auf dem Bereich kommt jetzt aktuell eine Hautveränderung, schuppige und rauhe Haut dazu, der Bereich vergrößert sich immer weiter). Zur Abklärung wurde eine Kernspinuntersuchung der Lendes-und Brustwirbelsäule gemacht. Diese blieb ohne Ergebnis. Bei der Messung der Nervenleitbahnen kam eine Störung heraus, die dann nochmals tiefer untersucht wurde in der Klinik.
Die Beurteilung lautet wie folgt:
Pallhypästhesie der unteren Extremitäten (malleolus med. links 4/8, rechts 3/8)
Im Liquor waren keine Entzündungszeichen zu finden. Elektrophysiologisch zeigte sich eine periphere, axonale Schädigung des N.Peroneus superficialis rechts. EMG war unauffällig, einen Zusammenhang mit der Hashimito Enzephalopathie kann man somit ausschließen.
Ich wurde entlassen, ohne Mediakation mit weiterer Vorstellung bei dem behandelnden Neurologen. Kurz nach der Entlassung bin ich dann zu Hause gestürzt. Beim laufen sackte mir das rechte Bein weg (gefühl, als wenn ich keine Kraft im Oberschenkel hatte) und ich hab mir dabei den rechten Fuß und dabei auch die kleine Zehe etwas arg gegen den Türdurchgang geschlagen. Bei der Abklärung ob etwas gebrochen ist ging ich in eine Notfallambulanz und wurde dort auch noch mal einer Internistin vorgestellt. Diese hat sich dann den Befund von der stationären Behandlung den ich dabei hatte angeschaut und mir dringend empfohlen eine MS-Ausschluss-Diagnostik zu machen und auf ein MRT zu bestehen, das diesmal in der Klinik nicht gemacht wurde.
Klar war ich dabei erst einmal wie vor dem Kopf gestoßen und etwas fertig danach. Jetzt habe ich das ganze etwas sacken lassen und mir Informationen zusammengesucht, deshalb bin ich auch hier auf das Forum gestoßen. Meine Frage ist nun:
Kann das alles ''nur'' von der Hashimoto-Thyreoiditis kommen oder liegt hier irgendetwas noch im Dunkeln. Im Moment fällt es mir schwer mit diesen Symptomen zu leben, da das Laufen nach einiger Zeit am Fuß schwerzt und das taube Gefühl ist sehr unangenehm. Auch habe ich oft Schwierigkeiten, die Balance zu halten. Dazu die massiven Gedächtnisprobleme und Konzentrationsprobleme bzw. gehörtes zu verstehen und umzusetzen, die einem das Leben ziemlich schwer machen können. Und das alles so stehen lassen und irgendwie damit zu leben ist auch nicht mein Ding, da ich immer sehr aktiv und fit mein Leben gestaltet und gelebt habe.
Nachfolgende Antwort bekam ich aus dem Expertenrat den ich im Leben mit MS Forum gestellt hatte. Deshalb bin ich auch hier gelandet:
Antwort von Experten (Name herausgenommen)
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),
Sie beschreiben in Ihrem Befund ein weitesgehend symmetrisches Muster einer peripheren Neuropathie (beide Beine betroffen). Dieser Befund kann zwar auch einmal Folge eines demyelinisierenden Herdes im Rückenmark sein, ist aber im Zusammenhang mit der auffälligen Neurographie (periphere, axonale Schädigung des N.Peroneus superficialis rechts) nicht sehr wahrscheinlich. Eine Polyneuropathie (erworben oder hereditär) oder ein einfaches Nervenkompressionssyndrom am Fibulakopf könnte eine mögliche Ursache sein.
Die übrigen von Ihnen beschriebenen Symptome sind nicht für eine MS typisch. Ob bei Ihnen eine aufwendige MS-Diagnostik gemacht werden sollte, muss ein Neurologe entscheiden. Letztendlich kann auch eine Hashimoto-Enzephalopathie in einem Defektzustand enden und dauerhaft Probleme bereiten. Eine MRT-Untersuchung sollte in so einem Fall entsprechende postentzündliche Veränderungen zeigen.
Eine ambulant neurologische Vorstellung ist in jedem Fall sinvoll.
Tja nun lebe ich schon wieder seit einigen Wochen mit dieser ganzen Problematik und hab echt Probleme mit den ganzen Veränderungen die dadurch mit meinem Körper passieren zu aktzeptieren. Ich habe Tage da geht es "recht gut" und manchmal Phasen wo ich aufpassen muss das ich nicht einfach umfalle, weil mich meine Beine im Stich lassen. Hab schon mehrere Stürze hingelegt die aber glimpflich abgelaufen sind. Nun passe ich auch mehr auf, z.B. beim Treppen runterlaufen, da es da gerne mal passiert das ich aufm Po die Treppe runterrutsche, weil meine Beine wegsacken. Man stellt sich ja schon irgendwann auf diese Situationen ein. Nur oftmals vergißt man in der Hektik des Alltags das eigene Handikap das man nun mal hat.
Ich würd mich sehr freuen wenn ich hier Gleichgesinnte treffe und man sich austauschen kann.
Es grüßt euch ganz herzlich Eala
(Tschuldigung für den langen Schrieb)



an müdeohneende und eeala.